Es ist geschafft, die Kälte neigt sich dem Ende zu. Täglich beglückt uns die Sonne mehr und wärmt die Natur und unsere Seelen. Die Bäume zeigen grüne Blätter, die bunten Blumen leuchten in allen Farben. Leider fehlt auch hier der notwendige Regen und so wird häufiger gegossen und den Pflanzen gut zugeredet. Der Holzofen ist geputzt, der Kamin gereinigt. Wir hoffen, dass die nächsten Monate kein Bedarf mehr ist. Falls doch, haben wir noch unsere Wärmflaschen und dicke Kuscheldecken. Für uns ist der Wetterwechsel noch neu nach diesen langen Jahren in der Türkei, da gibt es viel zu lernen.
Los geht`s mit dem 1. Mai – der Maibaum wird abgebaut, hergerichtet und wieder aufgestellt. Das alles gleich am Morgen, denn so ist keine Gefahr, dass er geklaut wird. Der Wettergott war auf unserer Seite und wir erlebten eine alte Tradition in unserem Dahoam.

mit viel Gefühl wird er langsam hoch gezogen

alles gut gegangen – er steht

noch die letzten Verschönerungen und dann geht`s auf zur großen Feier
Es tut so gut – alles blüht, alles grün. Egal wo man ist, dieser Moment ist immer magisch, wenn die Natur ganz schnell erwacht.
Wir haben die ersten Samen und Pflanzen ins Beet gesetzt und sind jetzt erst mal gespannt. Damit die Katzen nicht meinen, es sei das neue Katzenklo, haben wir Netze darüber gespannt.

wer denkt wir waren clever, hat sich allerdings getäuscht
Ja, mit der Cleverness ist das so eine Sache. Unsere Suse ist nun begeisterte Tunnelgeherin geworden und genießt für ihre Toilettengänge die frische Erde.

Wir geben allerdings nicht auf und haben das jetzt zusätzlich mit Steinen gesichert. Othmar war erst stinksauer, mittlerweile hat er schon einen Plan im Kopf, wie wir das nächstes Jahr optimaler machen können. Ja Suse – doch blöd gelaufen für dich 🙂

und schon hat`s hier türkische Temperaturen, aber dafür ein Haus, das entsprechend gebaut ist und uns mit der nötigen Kühlung versorgt – einfach Luxus
Unsere Hochbeete sind wohl fertig (wir auch :), aber wir haben das Wetter hier nicht mit berücksichtigt. Eine Abdeckung gegen Regen und Hagel ist nötig und es sollte auch gegen Sonne schützen. Wir haben bei Nachbarn eine tolle Konstruktion abgeschaut und Tipps geholt.

Othmar hat dann das flexibel zu öffnende Dach nachgebaut und wir haben es wirklich vor dem nächsten Unwetter mit viel Wind geschafft, fertig zu werden.

Möpl genießt bis dahin die neuen Sitzauflagen und fühlt sich wie „zuhause“

eine Kaffeepause im Garten ist echt nicht zu verachten – ganz neue Gefühle kommen da hoch

Suse zieht derweil den Schatten unter’m Schirm vor, der war noch nass da er zuvor als Regenschutz für das Hochbeet herhalten musste

wir sind einfach nur glücklich hier und pflegen den liebevoll angelegten Garten der ehemaligen Bewohnerin, die bekannt war für ihre Ideen und den grünen Daumen

Geschafft – nun kann die Folie stufenweise verstellt werden und alles wächst wirklich wie im Treibhaus
Die Eisheiligen kommen vom 11. bis 15. Mai. Wir werden gewarnt und somit wandert alles was in den Töpfen ist ins Haus.

ich war froh, die Pflanzen etwas weniger – der nächste Pflanzschock kam, als sie wieder raus mussten
Vatertag am 14. Mai – da hat uns die Sonne allerdings im Stich gelassen und die Eisheiligen haben uns gezeigt, wer stärker ist.
Beim Feuerwehrhaus gab`s super Essen und tollen Kuchen, das bringt die Laune gleich nach oben. Glühwein ist für`s nächste Jahr geplant, der hätte reißenden Umsatz gebracht.
Der Höhepunkt des Festes war das „Oldtimer-Bulldogzoing„. Die Traktorfahrer müssen dabei mit ihrem „Bulldog“ einen anderen Traktor, der mit zusätzlichem Gewicht versehen ist, einen Berg hochziehen.

schon lustig wie die Traktoren mittlerweile unser Leben bereichern

hier der Start, rechts die „Zugstrecke“ den Hügel hinauf
Verbunden wird das Zugfahrzeug mit dem zu schleppenden Traktor mit einer Stange. Je nach PS-Zahl wird das angehängte Gewicht angepasst. In der stärksten Kategorie sind es über 6 Tonnen.

es war echt lustig, aber nach ein paar Stunden sind wir wie die Eiszapfen nach Hause und mussten uns erst wieder mit Wärmflaschen und Katzen auftauen
Die Kälte ist endgültig durch – zumindest für den Moment. Unsere Samen gehen auf, doch bis unser Salat die entsprechende Größe hat, kam die Nachbarin und hat uns mit diesen Prachtexemplaren aus ihrem Gewächshaus versorgt.

er schmeckt einfach anders und meine Gesundheit jubelt
Einen eigenen Garten zu haben ist wirklich ein Geschenk. Die bunten Tulpen sind wohl durch, aber jetzt kommt mit dem Zierlauch die lila Phase.


sogar ein weißer Flieder wächst um den Baum herum
Wir sind voll beschäftigt und freuen uns auf unseren neuen Sitzplatz. Der wird in Kürze fertig und bekommt noch einen Rasenteppich und einen großen Sonnenschirm. Mehr dazu im Juni.
Immer mehr Leute und Nachbarn lernen wir dank der warmen Temperaturen kennen, jeden zieht es raus. Dazu immer wieder Veranstaltungen, da müssen wir natürlich dabei sein.
Vorfreude ist die schönste Freude – seit acht Monaten freuen wir uns darauf Passau zu erobern. Doch immer wenn wir hier am Berg Sonne hatten, lag Passau im dichten Nebel. Es hat einfach nie gepasst. Ich wollte aber einen Sonnentag erwischen. Am 26. Mai haben wir es dann bei strahlendem Sonnenschein endlich gewagt. Leider haben wir den heißesten Tag mit über 33 Grad erwischt und unsere Stimmung war nicht die Beste. Dazu kam ein geschlossener Dom wegen eines Konzertes.

der Passauer Tölpel ist ein früheres Wahrzeichen der Stadt

Seinen historischen Namen verdankt das Haus einer Legende, der zufolge dort seinerzeit der Scharfrichter von Passau gewohnt haben soll. Ab 1611 wurden vom Passauer Scharfrichter Kaspar Neidhart kleine Zettel hergestellt, die unverwundbar machen sollten. Heute dient es als Kleinkunsttheater mit bekannten Darstellern.

Die Rettungsstangen sind überall an den Kais zu finden. Man kann sich an einem ruhigen Sonnentag die jährlich wiederkehrenden Überflutungen nicht vorstellen

Ohne Worte – wegen des Fassadenbewuchses hat die Stadt Passau den 8-fachen Satz der Reinigungsgebühr erhoben. Die Anwohner haben daraufhin sämtlichen Bewuchs entfernt.

doch es gibt auch nette Ideen – das Ratschbankerl lädt ein
Nach einer leckeren Pizza und anschließendem Eisgenuss waren wir mit Passau wieder etwas versöhnt.

Zum Abschluss haben wir mit dem Auto noch die Veste Oberhaus besucht, sie gehört zu den größten und mächtigsten Burganlagen Europas. Der Blick auf die 3-Flüsse-Stadt mit einer leichten Brise bei den heißen Temperaturen war dann ein schöner Abschluss.
Die nächsten Tage sind bei uns viel Regen und Gewitter angesagt, der Regen ist auf jeden Falle nötig. Und gerade als ich meinen Blog schreibe haben wir wirklich einen Stromausfall in der ganzen Straße gehabt. Draußen pfeift der Wind, doch im Gegensatz zur Türkei ist der Strom ganz schnell wieder da gewesen. Auf zu neuen Abenteuern, der Juni kann kommen.