Das Leben hier wird täglich lebendiger. Die Feste häufen sich und wir mittendrin. Dazu ein Wetter mit stetem Wechsel zwischen Hitze und Einheizen. Ich liebe dieses Spiel der Natur und wenn`s halt mal kalt ist, wird einfach mit Holz geheizt.
Erst mal bin ich glücklich wieder richtig zu hören. Fast drei Monate quälte ich mich und hatte das Gefühl in meinem Ohr ist ein Korken. Die Freude an den Hörgeräten wurde echt getrübt. Also zum HNO – von den langen Wartezeiten berichte ich lieber nicht 🙁 – . Der konnte allerdings nichts feststellen und verschrieb mir Nasenspray, weil da eventuell eine Schwellung sein könnte. Das Ergebnis natürlich gleich null. Jetzt – fünf Wochen später – nächster Besuch bei einer HNO-Ärztin in Freyung. Ebenfalls ohne Ergebnis, allerdings empfahl sie Ibuprofen zu nehmen und beim Zahnarzt wegen einer eventuellen Kieferschiefstellung nachzufragen. Durch Zufall erzählte ich Othmar, dass ich das Problem mit den InEarHörern am Laptop nicht habe. Das war das Stichwort und er schickte mich zum Hörakustiker. Dort hatte der lange Leidensweg schnell ein Ende, denn die Geräte wurden einfach speziell gereinigt und die neue Software aufgespielt. Wütend und entsetzt war ich im nachhinein über die unfachlichen Empfehlungen der Ärzte. Ich trage Hörgeräte, da sollte doch der erste Hinweis auf ein Checken der Geräte sein. Und wieder hat sich bestätigt „nur ein intelligenter Patient hat eine Chance gesund zu werden“.
Mein erstes „Ribisel-Gelee“ wurde ein Reinfall und war zu flüssig (ich hab die Saftmenge mit Wasser aufgefüllt). Das ist jetzt allerdings unser „Glibber“ und kommt in den Joghurt oder auf`s Eis. Also nächster Versuch, denn aufgeben geht ja gar nicht.

eine meditative Arbeit und ich freute mich auf einmal über die Funktion meiner Finger, die mir nun bei dieser Arbeit so gar nicht selbstverständlich erschien

Zwei Tage später nochmal in den Garten. Die Johannisbeeren sind nun richtig reif und ich konnte sie direkt mit vollen Händen von den Rispen zupfen. Dank dem Entsafter von unseren Vermietern ist alles geglückt und ich bin um eine Erfahrung und fünf Gläsern bestem Gelee reicher.
Haare schneiden war überfällig. Da ich leider bei uns im Dorf echt verschnitten wurde, machten wir einen neuen Versuch in Passau. Dort gibt es einen Friseursalon mit syrischen Inhabern, die schneiden einfach mit Herz und haben`s drauf. Dazu eine Ermäßigung zwischen 9-11 Uhr von 20 %. Glücklich sind wir beide anschließend mit neuer Haarpracht gemütlich durch die Gassen gezogen.
Dart ist unsere neue Leidenschaft. Unsere Mannschaft hatte ein Turnier in Philippsreut kurz vor der tschechischen Grenze. Da waren wir natürlich als Seniorenmaskottchen dabei und haben die Profis bestaunen dürfen. Mich fasziniert immer wieder diese wahnsinnige Konzentration und Körperhaltung. Dazu ein blauweißer Himmel und Sonnenschein.

125 Jahr Freiwillige Feuerwehr in Vorderfreundorf vom 10. bis 12. Juli. Die Vorbereitungen mitzuerleben war spannend und die Nervosität greifbar, je näher der Termin kam. Ich war eingeteilt zum Kuchenverkauf und Othmar hat beim Dartturnier mitgespielt. So lernen wir unsere Nachbarn kennen und hatten echt viel Spaß.

ein Festzelt für 800 Personen

und wir klopfen schon den Rhytmus mit
Doch nicht alles war eitel Freude. Gleich am ersten Tag ist ein Unfall bei den letzten Vorbereitungen passiert, in der Nacht hat sich ein Radfahrer bei einem Sturz schwer verletzt und dann ist auch noch ein Dorfbewohner verstorben . Das war ein schwerer Start für das große Fest. Doch unsere Dorfgemeinschaft ist eine Einheit die zusammenhält und das gemeinsam durchsteht. Es waren turbulente Tage und wir hatten auch noch das Glück eine Band zu erleben, die uns das Tanzbein bis weit nach Mitternacht schwingen ließ. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten, aber die Knochen sprachen eine andere Sprache am nächsten Tag.

Wir sind glücklich, daß wir dabei sein durften und dies erleben konnten. Immer wieder wurde uns gesagt, wie gut wir ins Dorf passen. Soviel Emotionen, soviel in den Arm genommen werden. Ich habe das erste Mal eine Familie, die ich so nicht kannte – Danke dafür.
Unsere Bilge aus der Türkei kam für einige Tage zu Besuch. Es war nur schön, gemeinsam unser neues Zuhause zu erkunden.

Passau konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen

das Wetter passte super

und hier sucht Othmar gerade die Adresse von der Pizzeria
Schloss Wolfstein in Freyung wirkt ja eher unscheinbar, aber das Museum darin ist einfach umwerfend.

eher schlicht

doch ein Museum mit soviel Liebe gestaltet ist es wert besucht zu werden

hier kann man sich Perücke und Umhang anziehen und auf den Thron steigen

jeder Raum hat interessante Kunstwerke

wir kamen aus dem Staunen nicht heraus

Ausflug und Wanderung zum Dreisessel war natürlich ein Muß für unseren Besuch
Als nächstes hatten wir im Dorf den historischen Säumerzug und das Bayerisch-Böhmische Säumerfest in Grainet. Der Säumerzug war früher ein Transport von Waren wie Salz auf dem Rücken von Packpferden, den sogenannten Saumpferden, entlang alter Handelswege wie dem Goldenen Steig. Gestartet wurde bei uns am Dorfplatz und wir wurden in eine andere Zeit versetzt.

leider hat es am zweiten Tag geregent und es war kalt, das ist halt Deutschland.
Dazwischen Konzerte in der Volksmusikakademie in Freyung. Einmal das „Sven Ochsenbauer Trio“ mit einem fantastischen Jazzpiano. Den „Gospelchor Inspiration“ besuchte ich mit meiner Nachbarin, es war einfach nur großartig.
Einen sehr interessanter Vortrag über „Balkonkraftwerke“ ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen, man kann nur dazulernen.
Surreal beschreibt wohl am besten meine Begegenung mit dieser Schildkröte bei uns im Garten. In der Türkei ganz normal, hier im Bayerischen Wald unwirklich. Entwischt ist sie unserem Nachbarn und erfreute sich bei uns dann des Lebens. Mittlerweile ist sie wieder zuhause und das Gehege wurde verbessert. Wir wissen welche Kräfte diese Geschöpfe haben, denn wir konnten sie jahrelang beobachten.


ich freu mich mit meinen Katzen, die bei warmem Wetter die Freiheit genießen

Suse genießt derweil den Schattenplatz unter der Königskerze
Zum Abschluss des Monats stand ich heute fassungslos vor meinem Kräuterbeet an der Haustür. Alles weggefressen was liebevoll hochgepäppelt wurde.

da hat sich doch die „kleine Raupe Nimmersatt“ samt sieben Familienmitgliedern den Wanst vollgefressen. Ärgern geht einfach nicht, ich hab sie beobachtet mit ihren kleinen Augen und den eleganten Bewegungen. So ein Wunderwerk der Natur.
Also nochmal neu säen und mit Spannung schauen wie es weitergeht.

Hier noch die aktuelle Temperatur am 31.07.2026 um 15.20 Uhr