Archiv der Kategorie Alltag in Selimiye 2011

Dezember - Kälte, Sonnwend, Jingle Bells

Ja, nun hat uns der kalte Winter auch erwischt. Hier ist allerdings Kontrastprogramm pur zwischen Poiras (eisiger Nordwind) und Sonne. Gestern früh hatten wir das erste Mal nur 7°. Und in unserer Küche im Haus 14°. Ich stehe da und frag mich frierend, was ich hier eigentlich mache. Diese Frage stelle ich mir allerdings jedes Jahr um diese Zeit, wenn mich beim Aufstehen die Kälteschwaden umschmeicheln. Aber, ich lass mich auch heuer nicht unterkriegen. Also rein in die langen Unterhosen, den Zwiebellook über die kalten Glieder gestreift und schon sieht das Leben wieder besser aus. Mit meinem heißen Kaffee rauf aufs Dach und da ist Sonne pur. Darum leben unsere Türken auch draußen, da ist es nämlich wärmer als in den einfachen Betonkisten. Ich dreh den Kopf der Sonne entgegen und mach erst mal mit meditativer Musik Streck- und Dehnübungen. Meine Laune steigt rapide nach oben und jetzt weiß ich auch wieder, warum ich hier bin. Natur pur, wenig Menschen, Blick aufs glitzernde Meer und viel Sonne. Der Regen lässt uns allerdings heuer im Stich. Nicht dass ich den vermisse mit den heftigen Stürmen. Aber im Dezember alle paar Tage Garten gießen ist nicht normal. Um nun doch etwas deutschen Wärmestandart zu erreichen, wird gleich früh unser Ofen mit Holz geheizt und siehe da, alles nicht mehr schlimm. Anschließend Aufwärmprogramm - Holz hacken, Stämme sägen, reinschleppen. Weiter in der Küche mit Brot backen und Sauerkraut stampfen. Fitness life eben.

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Tevfiks neue Motorsäge im Einsatz

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Muskeltraining pur, aber warm wird es dabei

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hoffentlich ist es bald essbar 

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Kuschelzeit, wenn der Poiras um die Ecke pfeift

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und später dann ein genüssliches Sonnenbad

Not macht erfinderisch

Uns war kalt, richtig kalt. Die Kälte kommt durch unsere Fenster gekrochen - Einfachglas halt. So beschlossen wir, doppelt verglaste Fenster zu fertigen. Beim Schreiner Leisten aus dem Baumstamm zaubern lassen, Rahmen kleben, glasklare dicke Plastikfolie drauf und hoffen.

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Nach drei Arbeitstagen war das Werk fertig und …. juchuh ….es funktioniert. Ab sofort haben wir ”deutschen Wärmestandard”. So schön kann das Leben sein.

Sonnwend

Was für den einen Weihnachten ist, das ist für uns am 21. Dezember die Sonnwend. Jedes Jahr feiern wir den Übergang zu den länger werdenden Tagen mit Freunden. Banges Warten wegen des Wetters. Klappt das Sonnwendfeuer heuer? Unsere Gebete wurden erhört und der Wettergott war auf unserer Seite und schickte einen wunderbaren Gruss.

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Unser Tevfik schlachtete extra zwei glückliche Hühner, die verarbeitet werden mussten.

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Ich hab viel gelernt über die Anatomie dieser Federviecher

Nachdem unsere multikulturellen Gäste eingetroffen waren, wurde bei herrlichem Wetter das Feuer entfacht.

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Othmar startet mit einer riesigen Rauchwolke, dem Tribut an die letzten Regenschauer.

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Aber dann, Flamme empor - die Freude ist ihm ins Gesicht geschrieben…

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… geschafft und glücklich verschwitzt.

Nun der schönste Teil - Essen ohne Ende

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Herbert filetiert seine Forellen, die er gerade aus dem Räucherofen geholt hat.

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Hilde testet in der Zwischenzeit mit Othmar die neue E-Zigarette (scheint eine “Gute Laune Droge” zu sein).

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Bis 23 Uhr konnten wir im Freien sitzen und genossen die mitgebrachten und frisch zubereiteten kulinarische Genüsse: Köfte, Bratwurst und Hühnerteile vom Grill, frische Landhühner aus dem Backofen, frisch geräucherte Forellen, Börek, Gulaschsuppe und viele leckere Salate. Und natürlich Glühwein.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Sonnwend und werden die nächsten Tage unseren Kühlschrank von den übrig gebliebenen Genüssen langsam leeren. Ein Dankeschön an den Wettergott und unsere gut gelaunten Gäste.

Jingle Bells

24. Dezember - Unsere Freunde haben uns eingeladen zum Essen. So von “Weihnachtsmuffel zu Weihnachtsmuffel” - ganz zwanglos. Ohne Baum, ohne Kugeln, ohne Glitzer. Einfach nur schön Essen, weil eine gut genährte Pute geschlachtet werden muss. Unter diesen Umständen war klar, dass wir kommen. Nachdem die Freunde auf halbem Weg nach Marmaris im Wald oben wohnen, haben wir das ausgenützt und sind die paar Kilometer weiter nach Marmaris gefahren. Den dicken Teppich fürs Büro abholen, neue Batterien besorgen, zur Post. Abschluss war dann in unserem Supermarkt Kipa. Rein in die Tiefgarage, raus aus dem Auto, und dann - blankes Entsetzen. Wir werden berieselt mit Weihnachtsmusik, sind fassungslos. Menschenmassen beim Einkaufen. Und Weihnachtsmusik ohne Ende - von “Kling Glöckchen über Jingle Bells” die ganze Palette rauf und runter. Wir werden oft gefragt, ob unsere Türken Weihnachten feiern? Das Christfest wie wir es kennen sicher nicht. Aber sie lieben alles was bunt ist und glitzert. Die Weihnachtstradition mit Baum schmücken, Kerzen anzünden und Nippes aufstellen übernehmen sie auf alle Fälle gerne. Sogar die Hauptstraße ist mit weihnachtlichen Lichterketten voll. Soviel zum Fliehen vor dem Weihnachtskonsum. Da schützt auch ein islamisches Land nicht, wie wir dann doch schmunzelnd festgestellt haben.

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Angebot im türkischen Supermarkt

November - Kulturschock, Abriss, Alltagsgeschichten

Kulturschock

Wie jedes Jahr bin ich auch heuer wieder nach Deutschland geflogen, diesmal jedoch gesund. Ich habe eine fantastische irische Heilerin hier bei uns gefunden und die passt für mich. Ein inniger Dank an all meine Schutzgeister. Somit konnte ich meine deutschen Eindrücke sehr sensibel spüren. Schon am Flughafen in Dalaman ging es für die deutschen Fluggäste viel zu langsam. Und das wird natürlich verbal breitgetreten.

In München freute ich mich dafür über das gut funktionierende Schienennetz und besuchte Kinder, Freunde und Eltern. Und mit meiner Tochter ging ich shoppen wie in alten Zeiten. Doch da merkte ich, wie der Konsum anfing, mich in seinen Bann zu ziehen. Plötzlich sah ich Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie vermeintlich brauche. Und natürlich erlag ich dem Zauber - hin und wieder. Ich stromerte bewusst in diesen Tagen durch viele Läden und Supermärkte. Genoss Aldi und Lidl. Viel Schweinebraten und Sauerkraut. Deutsche Sauberkeit an jeder Ecke. Und doch - irgendetwas fehlte mir die ganze Zeit.

Als die Tage zu Ende gingen und ich den Landeanflug auf Dalaman erlebte, wusste ich es. Es war diese urtümliche starke Landschaft, das glitzernde Meer in seiner Unendlichkeit, grüne Bäume das ganze Jahr. Und - ja auch die weniger saubere Umgebung empfand ich nicht als störend. Die erste Prise warme türkische Luft, eine Sonne die mich streichelnd empfängt. Hier ist sie einfach wärmer und stärker. Das Heimkommen in ein winterliches, aber grünes Gartenparadies, freilaufende glückliche Katzen, die mich liebevoll begrüßen. Dann sitze ich endlich auf unserer Terrasse und höre - Stille. Genieße in vollen Zügen die Ruhe, den Frieden. Darum bin ich hier, ohne Konsumterror. Aber offen für jede Feinheit der Natur. Ich hoffe, dass das noch lange so bleiben wird.

Außerdem - wo kann man denn schon an einem 7. November bei strahlendem Sonnenschein mit dem Auslegerboot Freunde in der nächsten Bucht zu einem langen Brunch treffen?

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Und das mit so einem strahlenden Skipper…..

Abriss

Lange wurde geredet, jetzt ist es soweit. Mein Lieblingssupermarkt “Tansas” fällt den Abrissbaggern zum Opfer. Mit wehem Herzen stand ich davor und nahm Abschied. Dieser Supermarkt war für mich die Verkörperung der Türkei. Das Gebäude schmuddelig, die Auffahrt zur Parkgarage immer spannend. Aber ich wußte wo der günstige Wein stand, hatte eine supernette Fleischverkäuferin und fühlte mich türkisch heimisch. Außerdem war es es der Dreh- und Angelpunkt für jeden Treff. Es hieß dann immer “du hast den Tansas im Rücken und gehst nach ……”. Jetzt ist Neuorientierung gefordert. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Tansas soll in neuer Pracht bis März 2012 entstehen. Wo genau ist noch nicht ganz klar. Die einen sagen, gleich hinter der Fortis-Bank, die anderen meinen beim großen Kreisverkehr. Egal wo, ich freue mich auf meine altbekannten Produkte und werde auch den “Neuen” wieder zu meinem Lieblingssupermarkt machen.

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Alltagsgeschichten

Brotbacken ist angesagt. Der Backofen ist bereit. Nach einer 1/4 Stunde riecht es so eigenartig. Ich schaue, suche. Der Backofen geht nicht mehr. Nicht schon wieder eine Katastrophe. Othmar kommt als Retter und sucht die Ursache. Dank unserer ewig schwankenden Stromzufuhr zwischen 190 bis 280 Volt ist “nur” die Steckdose durchgebrannt und total verschmort. Somit hat es die Sicherung rausgehauen und die Brote fallen langsam in sich zusammen. Doch mein Selfmademan hat nach kurzer Zeit in aller Ruhe den Schaden behoben und die Brote haben es wirklich noch geschafft, essbar zu werden.

Weisheit - Nachdem unsere Sommernachbarn wieder abgereist sind, ist bei uns wie jedes Jahr Katzenterror. Die hungrigen Nachbar-Monster suchen nun nach neuen Futterstellen, natürlich auch bei uns. Tägliche Jagd und blutig gekratzte Katzennasen sind angesagt. Und auch ich jage wie eine Furie bei jedem Katzenalarm nach draußen und verteidige meine sanftmütigen Kuscheltiere. Bei der letzten Jagd stutzte ich jedoch, da mein Weg versperrt war. Ich holte die Taschenlampe und stand fasziniert vor dieser wunderschönen Kröte. Die sah mich lange an, also wollte sie mir sagen: Was rennst du so verrückt durch die Gegend, lass der Natur ihren Lauf und besinn dich auf das, was wirklich wichtig ist. Wir hatten lange Blickkontakt und ich merkte, wie ein Lächeln von mir Besitz ergriff und die Ruhe mich einhüllte. Ja, so eine Kröte hat halt Lebensweisheit und sie war so freundlich, mir diese zu vermitteln. Danke dafür…..

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Gebärzeit - Regelmäßig um diese Jahreszeit erwacht hier ringsherum das neue Leben. Alle paar Stunden erblickt ein kleines Zicklein oder Schaf das Licht der Welt. Die Faszination ist immer gleich, wenn das Muttertier noch mit der Nachgeburt und das Kleinchen mit der Nabelschnur hier bei uns vorbeikommen. Dieser Anblick versöhnt mich mit den schrecklichen Nachrichten aus der ganzen Welt. Und ich lasse mich fallen in dieses Wunderwerk der Natur und genieße.

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Gerade erst mühsam das Licht der Welt erblickt wird es fürsorglich nach Hause getragen

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Unser Nachbar Tevfik strahlt über seinen gesunden Nachwuchs

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Wehrdienst - Wenn unsere türkischen Jugendlichen zum Militär müssen, ist immer ein großes Fest angesagt und alle feiern mit. So gut gelaunt kann man also auch Soldat werden. Das kannte ich nun aus Deutschland wieder gar nicht. Wie immer - jeder Tag spannend. Und wir dazwischen……

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Eine Autokarawane zieht mit viel Gehupe durch das Dorf

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In dieser Idylle kann man wirklich auf seine Nation stolz sein

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Ausgelassen wird mit viel Musik und Tanz gefeiert

Oktober - Pamukkale, Alltag

Pamukkale / Aphrodisias

Kaum fünf Jahre gewartet, hat sich ein Traum erfüllt. Unsere Jessika (Qigong-Lehrerin und vieles mehr) mit ihrer Mutter Charlotte sind für zwei Wochen zu Besuch bei uns. Und die wollten mir eine Freude machen und luden mich zu einer Fahrt nach Pamukkale ein. Und so waren wir für zwei Tage unterwegs.

Eine reizvolle Landschaft bietet sich auf der 250 km langen Fahrt und ich bin immer wieder dankbar, hier leben zu dürfen. Als wir ankommen, macht sich erst mal Enttäuschung breit. Dieser verschmutzte Berghügel vor uns soll der berühmte “Baumwollpalast” sein? Aber erst mal ins Venus-Hotel und das entschädigt für den ersten Eindruck. Kaum eine Stunde später machen wir uns an die Eroberung der Kalk-Sinterterrassen. Jetzt sieht das Ganze schon viel imponierender aus. Und ein blauer Himmel mit strahlendem Sonnenschein tun ihr übriges dazu. Mit jedem Schritt nimmt die Faszination zu. Es ist doch ein Naturwunder, leider durch den unbedachten Menschen in seiner Schönheit um viele Jahre zurückgeworfen. Wir genießen den Blick von oben und haben eine Menge Spaß mit den Füssen im Wasser. Wandelnd zwischen zahllosen Touristen suchen wir die für uns passenden Plätze. Die Ruinen von Hierapolis erzählen von alter Zeit und ein Bad im Quellteich bei 38° zwischen antiken Säulen wäre sicher ein Genuss. Uns waren allerdings zu viel Touristen im Wasser. Den Abend lassen wir genüsslich mit gebratenen Forellen ausklingen.

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Genuss pur durch das Wasser zu spazieren …

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mein Baumwollschloss

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das tut gut nach dem langen Marsch

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die Terrassen dürfen nur noch barfuß betreten werden - leider kam die Erkenntnis fast zu spät 

Am nächsten Morgen geht es wieder langsam zurück. Jedoch nicht, ohne dem antiken Freiluftmuseum in Aphrodisias einen Besuch abzustatten. Den Namen erhielt die Stadt durch die Liebesgöttin Aphrodite, in deren Hauptkultstätte ausschweifende Feiern veranstaltet wurden. Nach dem Sieg des Christentums wurden die Tempel geschlossen und die Stadt in “Stauropolis” umbenannt, was “Stadt des Kreuzes” bedeutet. Arme Christenheit -  wir konnten uns das vorher hemmungslose Leben dort besser vorstellen.

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schon der Eingang ist lieblich

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Lust und Wonne ist an diesem Ort zu spüren

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das gigantische Stadion bot mit 22 Sitzreihen Platz für 30.000 Zuschauer

 Alltag

Der Herbst ist da und letzte Vorbereitungen werden für den Winter getroffen. Unser Küchenteppich sieht zum Fürchten aus. Und so ist Teppichreinigung angesagt. Natürlich nicht wie in Deutschland mit luxuriösem Schamponiergerät. Hier geht es noch per Handbetrieb. Und da ich mich ja als türkische Landfrau fühle, greif ich zu Besen und Wasserschlauch.

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solch einen Spaß hatte ich sonst nie bei dieser Arbeit

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hier ist die herbstliche Ruhe schon spürbar

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und unser Teehaus lässt die sommerliche Lebendigkeit nur noch erahnen

September - Freudige Überraschung

Endlich - Seker-Bayram hat begonnen. Nach 29 Fastentagen ist nun die ganze Türkei auf den Beinen. Das größte Fest des Jahres dauert drei Tage. Quer durch das Land besuchen sich die Familien und feiern zusammen. Ein schöner Brauch. Und überall gibt es Schokolade und Süßes. Da freuen wir uns natürlich auch und lassen uns von der allgemeinen Heiterkeit gerne anstecken.

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Freudige Überraschung

Heute früh gehen wir runter zum Meer und wollen unser morgendliches Bad genießen. Unsere belgischen Freunde sind schon da. Othmar watet durch das Wasser und geht in Richtung “Kalapuna”. Dann - ein fassungsloser Schrei! Unser “geklautes kleines, altes 2-PS-Motörchen” liegt wieder ordentlich auf dem Schiff! Das kann ja wohl nicht wahr sein. Nun gehen wir alle zusammen schauen. Wirklich wahr - da liegt das Motörchen. Wir werden wohl nie erfahren, was wirklich geschehen ist. Wir können nur vermuten. Aber - glücklich macht uns, dass es jemanden gab, den anscheinend das Gewissen so geplagt hat, dass er den Motor wieder zurückgebracht hat. Und das ist für uns bei all der Traurigkeit, die wir nach dem Klau verspürt haben, ein ganz schönes und warmes Gefühl. Und dieser Mensch hat sicherlich für sein Leben was dazugelernt.

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Jetzt sicher verwahrt im Garten :-)

Hamsterzeit

Es ist wieder soweit. Die alljährliche Hitzewelle ist vorbei. Die Temperaturen pendeln sich ein zwischen 24° früh bis auf 30-32° dann tagsüber. Dazu ein leichter Wind und zwischendurch …..Wolken. Für uns ein neues Naturschauspiel nach langen Wochen mit täglich strahlend blauem Himmel. Jetzt heißt es, an den kommenden Winter zu denken. Somit war die erste Fahrt nach Marmaris zum Holzhändler angesagt und die ersten 200 kg Holz wurden gebunkert. Wer jetzt kauft, bekommt bestens abgelagertes trockenes Holz. Und da sind wir natürlich dabei. Es werden wieder sechs Fahrten werden, um unseren Holzbedarf für den kommenden Winter zu decken. Beim Holzhändler werden wir schon mit viel Rufen und Winken begrüßt. Denn es gibt halt nicht soviele Ausländer, die mit ihrem alten Auto ihr Holz selbst transportieren. Und von uns gibt es dann immer noch als Bakschisch eine große Flasche Cola. Somit ist die Freude groß, dass wir so oft auftauchen. Und so sieht es aus, wenn das Winterlager eingerichtet wird:

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Regen…..

Jedes Jahr die gleiche Überraschung. Nach über vier Monaten strahlend blauem Himmel  die ersten Wolken. Nach der ersten Fassungslosigkeit rennen wir ums Haus. Die Handgriffe sind klar, man weiß ja nie, wie Wind und Regen durch das Tal fegen werden. Polster rein, Katzenkisten abdichten, alles was wegfliegen kann in Sicherheit bringen. Und dann - warten. Der Wind wird stärker, der Himmel verdunkelt sich, ein Spiel von Wolken und Wind. Immer wieder faszinierend, wenn die Natur uns zeigt, wer letztendlich die Macht hat. Und dann geht es los. Die ersten Tropfen fallen, ganz sacht, ganz leise. Doch schnell steigert sich die Melodie, wird schneller und geht dann über in eine gewaltige Overtüre. Es prasselt, was das Zeug hält. Und der Höhepunkt präsentiert sich mit einem heftigen Hagelschauer.

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Wir halten die Luft an und genießen die folgende Reinheit. Die Natur atmet durch und saugt sich voll. Endlich - das Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Und ganz langsam verzieht sich die Gewitterfront und die Sonne streichelt uns sanft mit ihren Strahlen.

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Auch unser Krümel ist von der Frische der Natur fasziniert und kommt aus seinem Regenschutz wieder hervor.

Der türkische Herbst hat begonnen, die Nächte sind nun angenehm und tagsüber ist immer noch Badewetter. Was kann man sich da sonst noch wünschen?

August - Postamt, Wassersinfonie, Bank, Motorklau

Ramazan – die islamische Fastenzeit hat begonnen und dauert 29 Tage. Hier bei uns in der westlichen Ecke der Türkei merken wir allerdings nicht so viel davon. Es ist halt wie mit den Christen und vielen anderen Glaubensrichtungen. Die einen halten sich streng an die Regeln und die anderen eben etwas weniger. Und so soll es ja auch sein. Für uns ist es allerdings eine schöne Zeit, da wir täglich ab 18 Uhr bei unserer Dorfbäckerei das herrlich frische Ramazan-Ekmek (Brot) bekommen. Und da läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen.

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Derweilen wächst und gedeiht unser Cöp-Kater (cöp=Müll) Mogli und wir haben mit ihm viel zu lachen. Mittlerweile ist er ein richtiges Quecksilber geworden, der uns alle aufmischt. Wenn er dann endlich müde ist, geht er aus unserem täglichen Spiel „Wer sich als erster bewegt, hat verloren“ meist als Sieger hervor.

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Ganz so groß ist er allerdings doch noch nicht und eine „Kiste“ war nötig, da unsere Erde knallhart ist und er seinen „Haufen“ doch glatt auf unserem Weg platzieren wollte. Man sieht ihm den Ernst der Lage doch richtig an!

Wassersinfonie

Seit fünf Wochen haben wir nun kein Dorfwasser mehr. Zu viele Touristen, viel zu viele neue Restaurants und Pensionen. Ich stehe früh am morgen wie fast jeden Tag an unserem gemauerten Wasserdepot und schütte mühsam Eimer für Eimer in unseren Brauchwassertank. Oh, was ist das heute für ein Geräusch? Ein Ächzen und Stöhnen aus dem Zulaufrohr? Zarte Luftfontänen gepaart mit Wassertropfen. Und dann – die schönste Sinfonie der Welt für unsere ausgedörrten Ohren – Wasser! Ganz langsam fängt es an, in den ausgetrockneten Tank zu fließen. Und jeder Tropfen ist wie eine wunderschöne Melodie. So schön kann also Wasser-Musik sein. Wer wie wir Wassermangel kennt, darf dann auch den Hochgenuss des fließenden Nasses erleben.

Postamt

Seit einigen Monaten haben wir hier in Selimiye ein kleines Postamt. Da ich dringend eine Foto-CD zu unserem Kind schicken möchte, hab ich meinen ersten Besuch dort gemacht. Die junge Schalterdame schaut mich fragend an und ich erkläre, dass diese CD nach Deutschland muss. Sie nimmt das Kuvert in die Hand und überlegt. Ein neuer Kunde kommt und sie ist glücklich. Drückt sie diesem doch die CD in die Hand und will wissen, was für ein Gewicht das Postgut denn so haben könnte? Im Dorfslang wird nun hin und her gefeilscht, dann nimmt sie zwei Briefmarken, schleckt und klebt sie aufs Kuvert. Kaum geklebt, löst sich jedoch die erste Ecke schon wieder ab. Türkischer Klebstoff ist halt doch nicht das Wahre. Also nochmal geschleckt und dann schnell den Poststempel drauf. Ich schaue fragend und will wissen, ob die Marken denn genügen? Evet – problem yok! Ja, kein Problem. Ob die deutsche Post auch so unbürokratisch funktionieren würde?
PS: Die CD ist nach nur einer Woche gut in München angekommen

Unglaublich, aber wahr – Bankgeschäfte

Unsere Münchner Freundin lebt hier seit zwei Jahren mit ihrem türkischen Mann und spricht daher exzellentes Türkisch. Sie haben ein Konto in Marmaris, wie halt jeder von uns. Da es immer wieder Ärgernisse mit dieser speziellen Bank gab, hat sie beschlossen, diese zu wechseln. Es gibt ja schließlich genug davon. Zwei Fahrten nach Marmaris hatte sie schon hinter sich, um die Kündigung der Konten einzuleiten. Nun sollte eine letzte Fahrt stattfinden, auf der ich zur moralischen Unterstützung mitfuhr. Um 10 Uhr waren wir bei der Bank und das Drama nahm seinen Lauf. Die Schalterdame hatte erneut tausend Fragen. Leider existierte auch eine Kreditkarte, denn diese muss separat gekündigt werden. Das funktioniert per Telefon, da der Sachbearbeiter nicht in der Filiale sitzt. Eine lange Schlange wartet auf den freien Hörer. Endlich waren wir dran. Ewiges Gezeter mit dem unsichtbaren Kreditfachmann: “Da wäre noch 30 Lira Guthaben”. Die müssen erst verbraucht werden. Gut, dann fahren wir halt zur Tierhandlung und kaufen ein. Gesagt, getan. Rein ins Parkhaus und schnell zum Laden bei 36° im Schatten. Da es mittlerweile Mittag war, holen wir Luft und gehen essen. Um 13 Uhr geht es weiter. Nun war die Schalterdame essen, wieder warten. Eine Kollegin erbarmt sich und erneute Komplikationen tun sich auf. Da will sie doch die Steuernummer haben? Ja, Donnerwetter, das liegt doch alles in zigfacher Ausführung seit Jahren vor. Ewige Verhandlungen, ewiges Warten dazwischen. Um 15 Uhr ist unsere Geduld erschöpft und wir denken daran, die weiteren Verhandlung in der oberste Etage zu führen. Unsere geballte Gedankenkraft hatte scheinbar schon genügt, denn auf einmal ging es weiter. Eine Stunde später hatte meine Freundin endlich die Konten gelöscht und das Bargeld in der Hand.

So, nun auf zur neuen Bank. Neue Abbuchungsaufträge, Geld einzahlen usw. Als dies schon nach einer Stunde erledigt war, standen wir überglücklich und fassungslos auf der Straße. So schnell kann es also auch gehen.

Und wie war jetzt nochmal die Frage, was wir hier so den ganzen lieben langen Tag machen?

Motorklau

Wie jeden Tag gehe ich runter zum Meer und will mich in die Fluten stürzen. Und wie immer gilt mein erster Blick unserer “Kalapuna”, die am Dorfsteg befestigt ist. Nur, heute stimmt was nicht. Ich wate durchs Wasser, die Sicht auf das Schiff wird klarer - und ich stehe mit offenem Mund im seichten Nass. Da, wo unser klitzekleines, gebrauchtes 2-PS-Motörchen hing, war jetzt gähnende Leere. Nur die Motorhalterung ist noch da. Ich fasse es nicht. Vielleicht ist der Motor ja runtergefallen? So klettere ich auf den Steg und will dann neben dem Schiff wieder ins Wasser. Ich mache einen tiefen Schritt, halte mich am Ruder fest, und - zerre mir meine Schulter bis zum Anschlag. Jetzt steh ich doppelt geschockt da. Nach einer Ewigkeit komme ich geistig wieder zu mir und laufe zum Haus zurück, um meinen Skipper zu informieren. Der macht eine ähnliche Schockphase durch. Wir brauchen einen ganzen Nachmittag, um diese Erfahrung zu verdauen. Und wir sind traurig, Enttäuschung macht sich breit. Und das tut weh. Wer vergreift sich wohl an solch einem uninteressanten alten Motörchen? Nun haben wir zwei Nächte darüber geschlafen und es einigermaßen überwunden. Und so hoffen wir auf ein paar Schutzgeister, die uns wieder zu einem neuen “alten Motörchen” verhelfen. Denn ohne geht es nicht, der Wind ist einfach zu unbeständig. Was meine Schulter betrifft, die tobt  - und so werde ich mich wohl wieder meiner Aufgabe widmen: “Meiner Entdeckung der Langsamkeit”.

Juli - Çöp-Kater und die Mädel`s

Unser Kater “Sparrow” ist nun seit über drei Wochen verschwunden. Die letzten zwei Tage war er etwas eigenartig und zurückgezogen, und dann war er weg. Mir blutet das Herz und ich suche immer noch nach ihm. Aber es gibt ja auch sowas wie Schicksal. Ich gehe früh wie jeden Tag zu unserem Nachbarn Tevfik in den Garten, um die Zucchiniblüten zu holen (schmecken traumhaft gebacken aus der Pfanne). Und was sitzt auf dem Tisch? Ein kleiner Kater, höchstens 6-7 Wochen alt. Tevfik hat ihn in der Nacht aus der Mülltonne (Çöp) gerettet, wo er fürchterlich gemaunzt hat. Und was passiert bei mir? Liebe auf den ersten Blick! Tevfik hat Verständnis und Othmar empfängt mich schmunzelnd mit dem kleinen Racker auf dem Arm. Wenn unser Sparrow wieder auftaucht, hat er gleich einen neuen Spielgefährten.

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wer kann diesem Blick wiederstehen?

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Krümel findet dieses “Unding” allerdings nicht so toll und streikt erst mal

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Ein Bad nach dem Mülldreck muss sein

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Mit diesem zerschundenen Gesicht geht er erstmal als “Zorro” durch

Unsere Carola ist nochmal mit Freundin Danielle für eine Woche zu Besuch gekommen. Wieder Familie, wieder wunderschön.

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Die Mädel`s sind pflegeleicht und geniessen die Tage des faul abhängens bei uns.

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Und der glückliche Vater geniesst seine Tochter.

Endlich bekommt auch Katerchen einen Namen von Carola verpasst.

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“Mogli”, denn der war ja auch ein Waisenkind und musste sich durch`s Leben schlagen.

Unser Wasserproblem ist heuer das erste Mal richtig akut - wir haben seit vier Wochen keinen Tropfen Dorfwasser mehr bekommen. Gut, dass es einen Traktor gibt, der uns regelmäßig (natürlich gegen Geld) versorgt. Auch das Anmahnen beim Bürgermeister nützt nichts, es gibt halt kein Wasser mehr, so seine Aussage. Richtig wäre, es gibt sehr wohl noch Wasser, aber die cleveren Pensions- und Restaurantbesiter pumpen direkt aus der Dorfleitung das Wasser zu ihren Häusern. Und somit bleibt für uns am Ende des Dorfes natürlich nix mehr. Da heisst es einmal mehr: Reg ich mich auf oder denk ich türkisch? Wir regen uns nicht auf und warten, dass die Touristenmeute bald wieder geht. Danach lösen sich diese Probleme mehr oder weniger von selbst. Das gleiche gilt auch für den Strom, doch da wird jetzt dran gearbeitet und die Transformatoren verstärkt. Endlich wieder über 200 Volt in der Steckdose.

Die Temperaturen liegen jetzt konstant zwischen 35-45°. Regen, was ist das?

Noch eine Geschichte: Unser Dorf soll schöner werden! - laut unserem Bürgermeister zumindest. So begannen vor vier Wochen große Arbeiten an den Straßenrändern. Es wurden Löcher in die jetzt knallharte Erde gehackt (vor ein paar Wochen wäre alles noch feucht und weich gewesen!) und Pflanzen gesetzt. Soweit, sogut! Es wurde aber nicht berücksichtigt, dass kein Autofahrer sieht, daß alle paar Meter ein Pflänzchen steht. Also, deutsch gedacht und schöne Steinkreise um die Pflanzen angelegt. Das nächste Wochenende kam und wir erstarrten. Die fahren doch glatt mit ihren neuen dicken Autos über die Steine und riskieren Kratzer und Dellen. Nächste Aktion - die Steine werden größer gewählt und weiß gestrichen. Auch Holzpfosten werden dazu gesetzt. Aber - ich glaube mittlerweile, dass viele unserer Türken schlechte Augen haben. Denn es wurde wieder drübergekarrt, auch wenn der Spoiler Macken abbekommt, hauptsache keinen Meter zuviel gelaufen. Das geht dann soweit, dass die Parker die Steine auf die Seite heben, nur um genau da parken zu können.

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Den Vogel schoß aber wieder einmal unser Hotelnachbar ab. Hat er doch glatt einen Traktor kommen lassen und wollte die Steine aufladen. Er braucht ja jeden Meter als Parkplätze für seine Gäste. Aber - er hat nicht mit mir gerechnet. Ich hab das erste Mal hier gebrüllt wie eine Furie, daß den Arbeitern die Steine aus der Hand fielen. Schließlich kam der Chef persönlich und alle wurden laut, natürlich ohne Ergebnis.

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So sieht es ohne Steinschutz aus. Das wollte ein Oleander werden.

Nun kämpft David gegen Goliath. Und wir sind nicht schlecht bis jetzt. Der Bürgermeister wurde informiert und wir sind Dorfgespräch. Die Steinkreise sind wohl etwas minimiert, aber immer noch da. Und - wir haben Nachahmer gefunden :-)

Kultur in Selimiye - Auch in diesem Monat hatten wir zwei Konzerte in unserer Hausbucht. Und zwar am 21. und 23. Juli. Gespielt hat das Kammer Ensemble aus Berlin, extra dafür eingeflogen. Mit Stücken von G. Rossini, Guiseppe Verdi/La Traviata und Mozart/Die Vertreibung aus dem Serail.  Ihr seht, wir sind voll im Trend.

Juni - Datca/Stefan

Endlich - der Sommer ist da. Heuer hat es lang gedauert, bis er sich durchgesetzt hat. Normal steigen wir ja direkt von den Winterklamotten in die Badehose. Aber jetzt ist ja alles gut, 30° aufwärts ab sofort. Es kommt die Zeit, wo wir wieder die Langsamkeit üben. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Wer sich als erster bewegt, hat verloren….

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Auch unser Garten ist nun in voller Blüte, eine wahre Prachtgarten3.jpg
Das ist Othmar`s ganzer Stolz

Gäste haben sich angesagt. Und es muss dringend ein neuer Sonnen-Schirmständer her, aber ja kein häßliches Plastikmonster. Wieder einmal ist Kreativität angesagt.

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Othmar im Schweisse seines Angesichts

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Ein prüfender Blick

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Ja, solch ein Ergebnis kann sich sehen lassen, ich bin stolz auf den Mann an meiner Seite

Unser großer Stefan ist angekommen und bleibt zwei Wochen bei uns. Groß deshalb, weil in einer Patchwork-Familie schon mal zwei Stefan`s vorkommen können. Der “kleine Stefan” ist am gleichen Tag für ein Jahr nach Südafrika zum Arbeiten geflogen. Wir geniessen wieder mal Familie, es gibt viel zu erzählen. Ist halt doch was anderes, wenn man sich gegenüber sitzt und in die Augen schauen kann.

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Familien-Ausflug nach Datca zum Bazar

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Hier gibt`s noch Platz und es sind überwiegend türkische Touristen hier

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Kaufen, kaufen, kaufen……

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Promenade in Datca, Paradies pur

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Die Welt ist ein Dorf, wie man an diesem “Berliner Kaffeehaus” sehen kann

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Solch herrlich leere Strände gibt es noch in Mesudiye.

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Blick von Mesudiye in den Hisarönü-Golf.

Ein windstiller Tag wird zum Angeln vom Boot aus genutzt.

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Na, geht was?

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Der kleine Knurrhahn durfte allerdings wieder zurück ins Wasser, er war halt gar so schön

Am 21. fand an unserem Haus-Strand wieder ein Klassikkonzert statt. Diesmal mit Interpreten aus Ankara. Die Musik war ein Genuss, dazu ein funkelnder Sternenhimmel und glitzerndes Meer.  Wir werden oft gefragt, ob uns denn kulturmäßig hier nichts fehlt? Da gibt es ein klares Nein, denn die Musik findet ja zu uns vor die Haustür und ansonsten beschallen uns die Frösche und die Grillen. Es ist halt eine etwas andere Art von Kultur, doch wir geniessen diese sehr.

Unser Kind ist wieder abgeflogen, dafür sind andere Gäste angekommen. Das Wort Langeweile ist für uns ein Fremdwort. Gäste heisst, sich kennenlernen, Unterhalten über tausend interessante Dinge, kulinarische Genüsse und vieles mehr. Dann ist da ja auch noch die Alltagsbewältigung. Das Wasser wird langsam knapp im Dorf, es sind einfach zuviele Touristen da. Auch die Elektrik lässt uns mitunter schwer im Stich. Da hab ich schon mal schlaflose Nächte, eigenlich will ich ja meine Gäste bestens betreuen. Aber die sind in Urlaubslaune und sehen das Ganze höchst relaxt im Gegensatz zu mir. Da kann ich auch noch was lernen.

Mai - Mesudiye, Stapellauf

Wonnemonat Mai - das ist er wirklich. 

Bei uns ist hier am 1. Mai der Tag der Kinder. Die machen dann Aufführungen und müssen vorher ganz viel proben. Wir haben sie bei einem Ausflug nach Bozburun dabei erwischt.

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Zum Muttertag sind wir dann mit Freunden für zwei Tage nach Mesudiye auf die Datca-Halbinsel gefahren. Eine wunderschöne Ecke und wir hatten sehr viel Spass.

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Unsere Ceyda aus Istanbul, die jetzt in Selimiye lebt

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Besuch im Künstlerdorf “Yakaköy” auf dem Weg nach Knidos

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Eine wahre Pracht, die da geschaffen wurde.

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Urlandschaft bei Mesudiye, wohin das Auge blickt

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Palamut - fast zu schön um wahr zu sein …

… und darum erlebten wir auch ein heftiges Erdbeben an dieser Stelle. Mutter Erde hat zu ihrem Ehrentag heftig gerüttelt und uns wieder mal klar gemacht, welche Sandkörnchen wir doch sind.

Unser Wunsch nach sauberer Umwelt geht leider nicht immer mit der Meinung unseres (Hotel-)Nachbarn konform, wie man hier sehen kann:

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Doch kaum fünf Wochen später wurde der Müll allmählich beseitigt :-(

10. Mai - Wir machen unsere erste Radltour in`s Dorf auf ein Bier und sitzen gemütlich im Freien.

15. Mai - Ich bin das erste Mal im Meer beim Schwimmen. Und es war so schön, dass ich gleich die große Strecke bis zu meinem Felsen in der Bucht durchgeschwommen bin. Außentemperatur immerhin 27°.

Im Dorf wird jetzt kurz vor der Wahl viel gebaut, jeder braucht noch dringend ein Restaurant oder eine Pension. Zu dumm, wenn die Statik einmal gar nicht stimmt und ein neu angebrachter Balkon vom ersten Stock runterkracht - es wurde keiner verletzt - mashallah.

Stapellauf einer neuen Gület, die bei uns im Dorf gebaut wurde. Das gibt dann eine große Versammlung der Dorfleute und jeder hält die Luft an, wenn das Schiff in`s Wasser geschoben wird.

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Mit schweren Maschinen wird der Schlitten unter dem Schiff langsam angeschoben …

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… der entscheidende Moment.

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puhhh, durchatmen - geschafft

April - Besuch, Besuch, Besuch

Welche Freude - Carola und Andi sind eine Woche bei  uns zu Besuch.  

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So richtig auf Familie, ganz gemütlich.

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Und das Wetter versucht auch mitzumachen.

Aber die Tage vergehen leider wie immer viel zu schnell.

Um keine Traurigkeit aufkommen zu lassen, besuchen wir unsere belgischen Freunde Hilde und Edi, die in einem herrlichen Steinturm in unserer Nähe wohnen. Ein Gesprächsthema findet sich immer, vor allem bei Eddy`s herrlichem selbst hergestelltem Likör.

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Jetzt geniessen wir die ruhigen Tage in vollen Zügen, und das sieht dann so aus:

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Ein Frühlingstraum….

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Der Sommer naht, die Schildkröten sind wieder auf  Wanderung

Täglich scheint die Sonne stärker und auch wir erwachen langsam aus unserem Winterschlaf. Und wenn ein guter Freund zum Essen einlädt, sind wir schon unterwegs nach Değirmenyani.

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Unser Herbert hat sich hier einen Wintergartentraum erfüllt.

Die Temperaturen erreichen jetzt schon 20-22°, und wir freuen uns auf die nächsten Gäste aus Deutschland. Die möchten gerne eine Woche lang Othmar`s hawaiianisches Auslegerboot testen. Und die Frauen wollen ratschen.

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Testfahrt mit der “Kalapuna”

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und ein herrlicher Ausflug in die Umgebung und nach Söğüt

März - Volles Programm!

Die Tage werden länger und die Natur erfreut uns mit ihren neuen Trieben und Blüten. Schön ist es hier. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich in dieser Umgebung erleben darf. In dieser üppigen Natur, die hier noch wachsen darf, ohne dass einer mit der “Nagelschere” kommt und alles auf ordentliche Länge trimmt.

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Aber es ist halt noch nicht immer schön. Wenn ein Unwetter im Anzug ist, dann hält man schon einmal die Luft an.

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Eine eigenartige Stimmung macht sich breit, bevor es dann losbricht.

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Die Wassermassen sind wirklich enorm, die da von oben runter kommen.

So vergehen unsere Tage. Oh - schon wieder was geboten. Ohne Ankündigung tauchen vor unserem Haus ein uralter Bohrlaster und ein Schaufellader auf. Was haben die vor? Trotz Sprachschwierigkeiten gelingt es uns recht schnell herauszubekommen, dass nebenan ein Brunnen gebohrt werden soll. Hier gibt es keine Absprachen für solche Aktionen, es wird einfach angefangen, auch wenn ein fremdes Grundstück dazwischenliegt. Unser Vermieter, dem es gehört, kam dann durch Zufall vorbei und es gab erst mal einen riesigen Krach. Aber man kam dann doch zu einer Einigung und der Wahnsinn fing an.

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Mit Gewalt wird die Gartenmauer zertrümmert und alles rausgekarrt.

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Blank entsetzt beobachte ich das Geschehen und hoffe nur, dass sie unseren Garten und den Zaun verschonen

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Dafür finden unsere Katzen den neuen Spielplatz sehr interessant

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass durch laufende Reparaturen an dem Bohr-Oldtimer viele Wochen ins Land ziehen sollten. Es dauerte fast zwei Monate, bis der Urzustand im Ansatz wiederhergestellt war. Geduld ist hier eine Tugend, die es täglich zu lernen bedarf.

Beim letzten großen Gewitter schlug wahrhaftig der Blitz bei uns ein. Wir saßen beide am Computer, als es einen fürchterlichen Knall gab. Aber unglaublich - die Geräte liefen dank vorgeschaltetem Schutz weiter. Allerdings mussten wir einige Stunden später feststellen, dass das Modem zerschossen wurde. Und das heißt dann - nach Marmaris fahren, von Laden zu Laden laufen und nach einem Neuen Ausschau halten. Somit ist wieder ein Tag mit suchen und organisieren verbracht.

Die Temperaturen gehen jetzt doch glatt auf 5° runter. In der Küche sind es auch nur 9°. Da heisst es also, nix wie raus in die Sonne. Vorausgesetzt, der Poiras pfeift nicht durchs Tal und gibt ein Stelldichein.

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Othmar hat Fieber und Schüttelfrost, einfach so und ziemlich akut.

Nach zwei Tagen gehen wir zum Dorfarzt und der schickt ihn sofort in die Ahu-Hetman-Klinik nach Marmaris zwecks Blutbild. Ergebnis - schwere Lungenentzündung! Zwölf Tage verbringt er da am Tropf und hat die beste Versorgung, die man sich wünschen kann.

Ich nutze den Krankenhausaufenthalt von Othmar zu einer besonderen Einkaufstour. Ich habe bemerkt, daß in unserem Ikea-Küchenregal der Platz einfach nicht mehr ausreicht. Der nächste Ikea ist aber in Izmir und dorthin sind es fast 350 km. Aber es gibt ja mehr Verrückte als mich hier und so organisiere ich eine Tagesfahrt. Wir sind zwölf Leute und ich werde früh um 6.15 Uhr vor der Haustür abgeholt. Dann sammeln wir alle der Reihe nach auf und sind nach gut 4 Stunden Fahrt vor den Toren des schwedischen Traums. Der Einkaufswahn überfällt uns alle und am Spätnachmittag pressen wir unseren Kleinbus voll mit all den erfüllten Wünschen vom Billy-Regal bis zu Kerzen ohne Ende. Und gegen 23.30 Uhr kommen wir glücklich wieder in Selimiye an. So eine Ikea-Fahrt ist schon etwas ganz Besonderes. 

Obwohl Othmar gerade erst aus der Klinik entlassen wurde, fliegen wir mit ärztlicher Genehmigung für fünf Tage nach Istanbul. Dort wollen wir unsere Freundin Margot überraschen, die diese Reise von ihrem Mann Lex zum Geburtstag bekam - und uns als VIP-Überraschung obendrauf.

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Überraschung ….

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Wochenende auf der Istiklal-Einkaufstraße in Istanbul

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Ausflug zum Topkapi-Palast

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Von solchen Läden träumen wir in Marmaris …

Wieder zuhause wird es langsam wärmer und so können wir unserem Besuch (Tochter mit Freund), mit dem wir gemeinsam von Istanbul nachhause flogen, ansprechende Temperaturen bieten …